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Therapie

ALLERGIEBEHANDLUNG

Die gestörte Darmschleimhaut und ihre Folgen stellen in meiner Praxis ein tägliches Problem dar, das einer gesonderten Ausführung bedarf.

Viele Allergien oder allergieähnliche Zustände sind oft eher die Folge einer Funktionsstörung der atrophierten (gestörten) Darmschleimhaut. Zugleich besteht eine große Zahl von Krankheiten, die nur symptomatisch behandelt werden können, die aber als eine typische Fernwirkung der insuffizienten Darmschleimhaut anzusehen ist. Mit einer Gesamtoberfläche von 400 bis 500m² ist der Darm das größte Organ des menschlichen Körpers. Die schleimhautaktive Oberfläche unseres Darms stellt das größte immunologische Organ unseres Körpers dar. Die Darmschleimhaut enthält dreimal mehr Plasmazellen als Knochenmark, Milz und Lymphknoten zusammen.

Ohne eine gesunde Darmschleimhaut können wir nicht leben!

Das zentrale Thema nun ist die atrophierte Darmschleimhaut. Die Allergie ist eine Störung der Immuneinrichtungen, die ihren Anfang in der Dünndarmschleimhaut und dort in den Peyerschen Plaques nimmt, immer weitere Einrichtungen erfasst und deshalb einer Langzeittherapie bedarf. Die Behandlung von allergischen Symptomen muss in jedem Fall die zwei Kompartimente des Darmmilieus, die Darmschleimhaut und ihren Bakterienbesatz mit einschließen. Dieses Milieu wird durch den Zustand der Darmschleimhaut und des Bakterienbesatzes entscheidend bestimmt. Zur Entlastung der durch allergisierende Reaktionen entstandenen entzündlichen Parameter werden diese per Exkretion über andere (Schwach-) Organe ausgeschieden. Dies kann sich zeigen im Bereich der Atemwege als spastische Bronchitis, Sinusitis, das Schniefen des Säuglings. Im Bereich der Haut als Neurodermitis, sowie bestimmte Formen einer Dermatitis. Im Bereich der Gelenke als Entzündung einzelner Gelenke beim Kleinkind. Im Bereich des Darmes als Appendizitis, Kolitis, Obstipation sowie weitere entzündliche Prozesse. Im Bereich der Immunorgane als Infektanfälligkeit, rezidivierende grippale Infekte, gehäufte Mandelentzündungen.

Der Ursprung einer Allergie liegt in jedem Fall in der Darmschleimhaut und ihrer Atrophie. Bereits in den ersten 9 Monaten bei fehlendem oder nur teilweisem Stillen, bei Kindern mit erhöhtem familiären Allergierisiko oder über eine stillende Mutter bekommt das Kind Kontakt mit einem Fremdeiweiß und Primärantigenen (Kuhmilch und/ oder Hühnereiweiß). Dabei sind alle Anteile des Darmmilieus, Schleimhaut wie Säuerungsflora primär nur auf die Zufuhr von Muttermilch eingestellt. Wiederholter Kontakt mit diesen ersten Fremdeiweißen führt schließlich zu einer überschießenden allergischen Reaktion bei gleichzeitigem deutlichem Verlust der Darmzotten und der Schleimhaut. Eine solche Zottenatrophie beeinträchtigt das Immunverhalten erheblich und führt in kürzester Zeit auch zur Fehlbesiedlung des Darmes (Dysbiose). Dies ist die Grundlage für die Ursache vieler Krankheiten und für die Neigung zur Chronizität. Die Zellzerstörung in einzelnen Darmschichten (Mukosazerstörung) führt zu einem deutlichen Rückgang der Produktion von Immunglobulinen, allen voran das Immunglobulin A (IgA), welches auch als Antiallergikum betrachtet wird. Es verhindert das Eindringen von Bakterien, Pilzen und anderen Toxinen in den Körper. Zusätzlich hemmt das IgA die IgE Histaminschiene. Diese Abwehrvariante beeinträchtigt die Funktion der Mastzellen und fördert entsprechende Krankheiten wie die Kolitis, das Asthma und auch die Neurodermitis. Ein fehlendes IgA führt zur vermehrten Arbeit der dafür nicht ausgerichteten Tonsillen (“Mandeln”) und adenoiden Vegetationen (Rachenpolypen), vor allem bei Kindern und infektanfälligen Personen.

Folgende Störungen können sich in der Folge durch die Störung der Darmschleimhaut einstellen:

  • Durch die Steigerung der Diffusionsmöglichkeiten (vermehrte Durchlässigkeit)
    • Eiweiße diffundieren leichter, Schwermetalle können hindurchtreten,
    • außerdem zeigt sich eine leichtere Durchlässigkeit für Toxine, Pilze, Bakterien
  • Durch einen Ausfall der Vorstufen der Fermente der Bauchsspeicheldrüse
    • fehlende Pankreasfunktion
  • Durch den Verlust der Oberfläche für Bakterienkulturen
    • Zustrom der ungünstigeren Fäkalflora.
  • Durch den Verlust der Zellulosespaltung:
    • Gärungs-Fäulnis-Dyspepsie.
  • Durch die Dystrophie der Peyerschen Plaques (immunologisch wichtige Zellstrukturen im Dünndarm)
    • Infektanfälligkeit, Abwehrschwäche, fehlende B-Zell-/Plasmazelltätigkeit,
    • eingeschränkte T3/4-Zelltätigkeit.

Durch die Atrophie der Darmschleimhaut entsteht ein stark saures Milieu. Wichtig ist es, das basische Milieu zu erhalten. Dies stellt eine Grundbedingung dar für einen raschen und lang anhaltenden Therapieerfolg. Als wichtiger Nebeneffekt wird es den Dünndarmschleimhautzellen wieder ermöglicht, die Bauchspeicheldrüse kurzfristig und ausreichend zu aktivieren. Sie garantiert den richtigen Nährboden für die örtlich erwünschten Bakterienstämme und verhindert das Ankeimen von Parasiten.

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