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Therapie

AUSLEITUNGSTHERAPIE

Ausleiten bedeutet im Prinzip, die ausscheidenden Organsysteme Leber/Galle, Niere/Blase, Lymphe, Haut in ihrer Ausscheidungsfunktion zu unterstützen oder anzuregen. Dies kann aus vielerlei Gründen notwendig werden. Wie z.B. bei einer allgemeinen Toxinbelastung oder aber bei sehr spezifischen Problemen wie der Schwermetallbelastung durch alte oder neue Zahnfüllungen mit Amalgam. “Ich habe schon eine Amalgam- Ausleitung nach der Ausbohrung gemacht”, wie oft höre ich diesen Satz bei meinen Patienten. Allerdings: Ausleitung ist nicht gleich Ausleitung,- und hinterher ist man oft kranker als zuvor. Vorsicht ist geboten bei diesem sehr heiklen Thema. Den Patienten wird oftmals erzählt, es sei ganz einfach, viele Erkrankungen oder Problemstellungen nach Schema F einfach auszuleiten.

Akute und auch alte Themen werden oft wie ein Engramm im Gehirn, auf unserer “Festplatte”,fest eingebrannt. Es wäre schön und allzu einfach, mit z.B. einem Leber- oder Nierenmittel oder auch weiteren durchaus interessanten naturheilkundlichen Möglichkeiten sich des Problems entledigen zu können. Allerdings ist durch z.B. diese Engrammierung das Ganze oft wesentlich schwieriger als mitunter gedacht. Zumal in früheren Ausleitungsschemata das heutige medizinische Wissen zu diesem Problem einfach noch nicht zur Verfügung stand. So unterscheidet sich die Amalgamausleitung heute wesentlich von der vor 20 Jahren. Man muss außerdem unterscheiden, ob eine Belastung in (intrazellulär) oder außerhalb / zwischen (extrazellulär) den Zellen vorliegt.

Ich möchte dies am Beispiel der Schwermetallbelastung erklären: Für die seltener vorkommende intrazelluläre Amalgambelastung ist ein komplexeres Behandlungsschema vonnöten als bei der extrazellulären Amalgambelastung. Es beginnt damit, dass der Schwermetallkomplex erst einmal aus der Zelle herausgelöst werden muss. Dieser Prozess erfordert in diesem Falle meist den Einsatz von Koriander. Dabei werden die Giftstoffe massiv ausgespült und der Körper muss in einer besonderen Art und Weise auf das Anfluten der Problemstoffe vorbereitet werden. Nach der Herauslösung aus der Zelle muss der lösliche Komplex durch eine stabile Bindung an ein Trägermedium abtransportiert werden können. Früher setzte man zu diesem Zwecke Selen ein. Mit dem unangenehmen Ergebnis, dass durch die Selengabe ein nun völlig unlösbarer Komplex entstand, der gar nicht mehr ausgeschieden werden konnte. Heute weiß man um dieses Problem und setzt Substanzen ein, die keine unlösbaren Komplexe bilden, die besonders auch auf fettigen Gewebestrukturen, wie dem zentralen Nervensystem ZNS oder der Leber Schwermetalle / Amalgam herauslösen und binden können,- und dabei selbst ausscheidungsfähig bleiben. Ausscheiden kann der Mensch aber letztendlich nur, wenn die Ausscheidungswege offen sind bzw. geöffnet werden können. Dieser Vorgang muss wiederum medikamentös unterstützt werden. Das Homöopathikum Lespedeza capitata sowie Zink als Salz der Niere im Sinne der “Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)”, ggf. homöopathische Komplexmittel, ergänzen das schon ein wenig kompliziert anmutende Ausleitungsschema. Um den Darm dabei auch zu entlasten, findet parallel eine bindende Algentherapie (Schwammeffekt) statt. Die einzelnen Schritte, die eingesetzten Medikamente bzw. Medizinprodukte können allerdings erst nach einer individuellen Austestung genau bestimmt werden. Fixe Behandlungsschemata ohne vorherige Austestung (“das machen wir immer so”) erfüllen leider nicht die strengen Kriterien, die angelegt werden müssen, um eine Ausleitungsbehandlung wirklich erfolgreich durchführen zu können.

Ich spreche aus eigener, schmerzlicher Erfahrung. Nach meiner Amalgamentfernung (Mitte der 1980-iger Jahre), vom Zahnarzt mit einer damals gängigen Ausleitung behandelt, wurde ich erst richtig krank. Dieser Zustand hielt leider circa 10 Jahre an, bis die medizinische Weiterentwicklung die therapeutischen Fehler erkennen ließ und die damit verbundenen gedanklichen Verbesserungen erprobt werden konnten. Nach dem 5-ten Ausleitungsversuch war ich erst beschwerdefrei und wieder gesund. Besonders im Bereich der Neural-Kinesiologie nach Klinghardt wurden früh seit ca. 1990 effiziente Behandlungsschemata erfolgreich eingesetzt. Später wurden diese modifziert nach Dorfer, Bähneman und/oder Heck, bzw. durch uns Schüler der o.g. eifrigen Forscher und Lehrer.

Am Umfang speziell dieses Textes können Sie ersehen, welche Bedeutung dieses Thema auch in meiner Praxis hat. Mit einer nicht behandelten Schwermetallproblematik ist im Prinzip eine gute Therapie niemals wirklich dauerhaft und 100%-ig erfolgreich. Das heißt nicht, dass alle Menschen ihr Amalgam ausbohren lassen müssen. Viele dieser Füllungen sind ordentlich ausgeführt worden und es besteht überhaupt kein Grund, das Amalgam komplett entfernen zu lassen. Manchmal passiert es aber, dass sich z.B. die persönliche Lebenssituation verändert. Ein Einschnitt mit dramatischem Ausmaß, vielleicht durch Partnerverlust, eine Trauerreaktion, eine persönliche oder berufliche Krise, – und das Immunsystem kann kippen und plötzlich erscheint das Amalgam im Mund doch als Störherd. Persönliche negative Entwicklungen dieser Art waren schon oft der Beginn einer folgenschweren Erkrankung und wurden im Rahmen des Themas der Altlasten bereits erwähnt.

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